Abwicklung von Banken
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Abwicklung von Banken
Geschrieben von: thomas    Mittwoch, den 11. Mai 2011 um 06:49 Uhr    PDF Drucken E-Mail

ist seit CA-Pleite ungelöst

Das Problem, dass systemrelevante Banken nicht pleitegehen können, harrt noch immer einer Lösung.

Das WirtschaftsBlatt sprach mit Aurel Schubert über die CA-Pleite.

Wien. Am 11. Mai 1931 war die Creditanstalt zahlungsunfähig. Die Republik musste einspringen, um einen Flächenbrand zu verhindern. Mit Hilfe zweier Gesetze versuchte man das Institut zu retten. Im ersten wurden die Schulden auf den Staat und die Eigentümer, das Haus Rothschild, und der Oesterreichischen Nationalbank aufgeteilt. Mit dem zweiten Gesetz übernahm die Republik die Haftung der gesamten Schulden der CA. Die Folge dieser Rettung waren radikale Sparmaßnahmen etwa bei Beamtengehältern. Zudem wurden die Steuern etwa auf Kaffee und Tabak erhöht. Einen ähnlich scharfen Sparkurs müssen 80 Jahre später auch Irland und Island einschlagen, deren Banken ebenfalls viel zu groß für ihre Wirtschaft wurden, wie CA-Experte Aurel Schubert meint.

WirtschaftsBlatt: Wo sehen Sie die Ursachen für die Pleite der CA vor 80 Jahren?

Aurel Schubert: Dem lagen Managementfehler zugrunde, denn nach Ende der Monarchie blieb die Creditanstalt in den Ländern der ehemaligen Monarchie und zog sich nicht auf Österreich zurück. Bei der Bank türmten sich zahlreiche Risiken. Dadurch entstanden hohe Verluste, die mit jenen irischer und isländischer Banken vergleichbar sind.

Wurde die CA nicht vor der Pleite von politischer Seite gezwungen, Problembanken zu übernehmen?

In Folge der Hyperinflation sind immer mehr Institute in der CA aufgegangen. Am Schluss machte die Creditanstalt mehr als 50 Prozent der Bilanzsumme aller Banken in Österreich aus. Das war auch deshalb möglich, weil die Creditanstalt einen guten Ruf genoss und überall zu günstigem Geld kam. Heute würde man sagen, dass sie ein gutes Rating hatte.

Schlussendlich musste der Staat - ähnlich wie heute -einspringen, um die Bank zu retten.

Der Staat hat die Schulden übernehmen müssen, nachdem die Verluste deutlich anstiegen. Am 11. Mai 1931 gab der Vorstand einen Verlust in Höhe von 140 Millionen Schilling bekannt, am Ende hat er sich auf eine Milliarde Schilling versiebenfacht. Das Problem war, dass es damals keine Transparenz gab, mit der Vollgarantie hat sich der Staat übernommen.

Da lassen sich ja durchaus Parallelen zur Gegenwart ziehen, siehe die wankenden Euro-Staaten.

Am ehesten zu Irland und Island, deren Banken ebenfalls viel zu groß für das Land waren. Für den Staat galt nicht nur "too big to fail", sondern auch "too big to rescue". Im Vergleich zu damals wurde der Euro-Rettungsschirm sehr rasch aufgespannt. Denn nach dem Zusammenbruch der CA benötigte Österreich fast drei Jahre, um eine Anleihe am Markt platzieren zu können. Bis dahin stellten die Bank of England und die BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich -Anm. )der Republik kurzfristige Gelder zur Verfügung.

Das Grundproblem, dass keine große Bank in die Insolvenz geschickt werden kann, ist seit 80 Jahren aber ungelöst.

Wie eine systemrelevante Bank abgewickelt werden kann, dafür gibt es tatsächlich noch keine Lösung. Vor allem bei transnationalen Instituten - man hat das bei der niederländisch-französischen Bank Fortis gesehen -gibt es zahlreiche Probleme. Am Ende jeder Abwicklung steht die Tatsache, dass irgendwer zahlen muss.

Welche Fortschritte erkennen Sie dennoch?

Bei den Regeln hat sich einiges bewegt. Die Bankenaufsicht hat eine europäische Struktur bekommen. Das European Systemic Risk Board soll mögliche Risiken frühzeitig erkennen. Zudem sollen die neuen Eigenkapitalregeln für Banken das Risiko senken.

Quelle: www.wirtschaftsblatt.at

 

 

 

 

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